Besuch des Landtagsabgeordneten Manfred Kern

Besuch des Landtagsabgeordneten Manfred Kern (Die Grünen) auf der Grabungsstätte der Burg Wersau
Beitrag von Andreas Dörfer

MDL Manfred Kern auf der WersauPünktlich am 16.03.2015 um 15:30 Uhr fand sich Manfred Kern auf dem Burgareal ein, um sich einen umfassenden Überblick über den derzeitigen Stand der Lehrgrabungen zu machen. Die Informationsveranstaltung wurde auf Wunsch von Herrn Kern arrangiert. Zu der mitangereisten Delegation zählten unter anderem Reilingens Bürgermeister Stefan Weisbrod, diverse Gemeinderäte aus Reilingen und den umliegenden Gemeinden, die Verantwortlichen der Universität Heidelberg sowie die Mitglieder des Fördervereins und des Arbeitskreises Burg Wersau.

Zu Beginn gab es eine herzliche Begrüßung durch den 1. Vorsitzenden des Fördervereins Burg Wersau, Dirk Müller. Bei einem Gläschen Sekt und Brezeln wurde denn auch die vorbildliche Zusammenarbeit aller Beteiligten gewürdigt. Das Teamwork und die Geschwindigkeit, mit der die derzeit anwesenden Studenten der Lehrgrabung der Universität Heidelberg hier vorankämen, seien einzigartig. So kann rund zwei Wochen vor Ende des Lehrgrabungsprojekts eine überaus positive Zwischenbilanz gezogen werden.

Justin Schmidt bei der FührungAnschließend führte Justin Schmidt, der Leiter der Lehrgrabung des Instituts für Ur- und Frühgeschichte der Universität Heidelberg, professionell, aber dennoch auch für Laien verständlich durch die einzelnen Grabungsräume des Areals und überzeugte die Anwesenden von den großen Fortschritten und den überraschenden Funden. So wurde vor allem die Erkenntnis gewonnen, dass der moderne Bau über den historischen Teilen so gut wie alle alten Strukturen integriert hatte, um Aufwand und Baumaterial zu sparen.

Im Laufe der jetzigen Lehrgrabung fanden die Studenten unter anderem sehr gut erhaltene Holzbalken aus dem 15. Jahrhundert, die wohl zur Stabilisation oder Begrenzung des ehemaligen Mühlbachbettes dienten. Gestützt wird diese Annahme durch die Freilegung zweier Mühlradeinfassungen im unmittelbaren Umfeld. In einem weiteren Raum der ehemaligen Mühle wird zudem eine Mahlstube vermutet.

Ebenfalls aus dem Mittelalter entstammt das Fundament eines Turmes, welches ausgehoben wurde. Auch der Verlauf der Burgmauer konnte weiterverfolgt werden. Am Ende des Rundgangs merkte Dirk Müller an: „Was man hier sieht, gehört erst zum Bereich der Vorburg. Die Hauptburg erstreckt sich noch viel weiter und ist noch nicht freigelegt.“

Anschließend wurde den Anwesenden voller Stolz die mit einem Förderband versehene Sieb- und Sortieranlage gezeigt, die es in dieser Form wohl kaum ein zweites Mal in Deutschland geben sollte. Die hier ausgeklügelte Lösung verspricht eine bisher nicht gekannte Geschwindigkeit und Qualität bei der Weiterverarbeitung des Aushubs.

In ihren Ausführungen betonten Dr. Folke Damminger vom Landesamt für Denkmalpflege sowie Professor Dr. Thomas Meier vom Institut für Ur- und Frühgeschichte und Vorderasiatische Archäologie der Universität Heidelberg die erfreulich gute Zusammenarbeit zwischen Gemeinde, Universität und dem Landesamt. Man freue sich auf das, was hier noch gefunden wird. Die Vielseitigkeit des Areals sei auch wichtig für den Lernprozess der Studenten, denn der Platz sei kompliziert genug, um etwas zu lernen, aber auch nicht so schwierig, dass ein falscher Handgriff alles kaputtmachen könne.

Der Landtagsabgeordnete Manfred Kern indessen zeigte sich sehr wissbegierig, begeistert und ließ sich entsprechend viel Zeit, sich genau über den Stand der Ausgrabungen zu informieren, was Hella Müller, die Leiterin des Arbeitskreises Burg Wersau abschließend mit Freuden betonte.

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