Eine „kleine Sensation“ in Reilingen: Grabungsfund auf Gelände der Burg Wersau

Artikel aus der Rhein-Neckar-Zeitung vom 22.12.2016 – von Anna Becker

Geschichte kann weitergeschrieben werden: Bei Grabungen auf dem Gelände der Burg Wersau ist die Zeitkapsel der Mühle entdeckt worden

Wie groß ihr eigener „Schatz“ war, den die kleine Johanna Luise Babette Gelb einst in ein Säckchen packte? Vier Kreuzer lagen darin, als im Jahr 2016 die Menschen, die an den Ausgrabungsarbeiten der Burg Wersau beteiligt sind, den Beutel wieder in ihren Händen hielten. Zwischen der Gabe des Mädchens aus Reilingen und dem Fund liegen immerhin 147 Jahre. Johanna Gelb lebte seinerzeit in der Mühle, die der Burg folgte.

In einer kleinen Schatulle sind historische Zeitdokumente verborgen

In einer kleinen Schatulle sind historische Zeitdokumente verborgen

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Landesamt für Denkmalpflege stellt Funde aus dem Grundstein der Schlossmühle vor

Landesdenkmalpflege BW Pressetermin am Dienstag, den 20. Dezember 2016 um 14.00 Uhr

Bei den Abrissarbeiten der Reilinger Schlossmühle im Jahr 2015 konnte der
inschriftlich gekennzeichnete Grundstein des 1869 im Zuge umfassender
Umbaumaßnahmen durch die Familie Zahn errichteten Mühlengebäudes gesichert
werden. Dabei wurde in dem Stein eine ursprünglich eingebaute, mit Glas bedeckte
Einlassung entdeckt. Bei der Öffnung durch das Grabungsteam des Landesamtes für
Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart kam eine Metallkiste zutage, die
sowohl Münzen als auch Schriftstücke enthielt.

Die Anspannung beim Öffnen des Metallbehälters ist mit den Händen zu greifen

Die Anspannung beim Öffnen des Metallbehälters ist mit den Händen zu greifen

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Fund eines Kiliansschillings auf der Burg Wersau

Immer wieder gibt es tolle Münzfunde auf dem Grabungsareal auf der ehemaligen Burg Wersau. Neuestes Beispiel ist die Entdeckung eines sogenannten Kiliansschillings, der im Jahre 1696 geprägt wurde. Gefunden wurde sie von einem Mitglied der Archäologie-AG des Gauß-Gymnasiums Hockenheim. Wie die Münze auf die Wersau kam, bleibt derzeit noch ein Rätsel.

Kiliansschilling (geprägt 1696)

Kiliansschilling (geprägt 1696)

Der Kiliansschilling geht auf die Zeit des Würzburger Fürstbischofs Johann Gottfried von Guttenberg zurück, der von 1645 bis 1698 lebte. Die heutige Adelsfamilie ist mit dem Dirigenten Ennoch von Guttenberg und dem ehemaligen Bundesminister Karl Theodor zu Guttenberg immer noch sehr bekannt.

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Aktuelle Funde auf der Wersau machen Lust auf mehr

Vorbereitungen zum Tag des offenen Denkmals in vollem Gange

Nachdem sich die Ehrenamtlichen des Arbeitskreises Burg Wersau einige Tage Grabungspause gegönnt hatten, wird nun unter der Leitung von Hella Müller (AK Wersau) und Justin Schmidt (Grabungsleiter des Landesamtes für Denkmalpflege) das Areal für den am 11. September 2016 stattfindenden Tag des offenen Denkmals in Reilingen hergerichtet. Die diversen Grabungsstellen werden derzeit durch Wege miteinander verbunden und mit Hinweistafeln versehen. Dies dient nicht nur für diesen Termin, sondern auch künftig für den in der Vorbereitung stehenden Archäologiepark auf der ehemaligen Burg Wersau.

Ausstellung beeindruckender Funde

Schüsselkachel (Vorder- und Rückseite) 14. Jh.

Schüsselkachel (Vorder- und Rückseite) 14. Jh.

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Gründungsstein der Wersauer Schlossmühle mit historischen Zeitdokumenten geborgen

Vor der Winterpause kam Anfang November nochmals ein Bagger auf dem Gelände der ehemaligen Burg Wersau zum Einsatz. Im Zuge der aufwendigen archäologischen Untersuchungen wurden letzte Abrissmaßnahmen im Kellerbereich der Wersauer Schlossmühle vorgenommen. Ziel war es vor allem, die „moderneren“ Mauerfundamente der Aus-und Anbaumaßnahmen aus dem späten 19. und frühen 20. Jahrhundert (1869, 1911) zu entfernen. Damit konnten die schon im Vorjahr begonnenen Abrissarbeiten beendet werden. Zugleich war es mit dieser Aktion möglich, einen Überblick darüber zu gewinnen, ob noch weitere ehemalige Gebäudeteile auf historischen Fundamenten ruhen. Für die Archäologen war dies von besonderer Bedeutung. Schließlich war bei den Ausgrabungen im Jahresverlauf festgestellt worden, dass sich direkt unter den Mauern der Mühle die Gebäudefundamente der ehemaligen Tortürme und die Burgmauer der ältesten Burgphase des 13. und 14. Jahrhundert befinden. Weiter lesen ...