Eine „kleine Sensation“ in Reilingen: Grabungsfund auf Gelände der Burg Wersau

Artikel aus der Rhein-Neckar-Zeitung vom 22.12.2016 – von Anna Becker

Geschichte kann weitergeschrieben werden: Bei Grabungen auf dem Gelände der Burg Wersau ist die Zeitkapsel der Mühle entdeckt worden

Wie groß ihr eigener „Schatz“ war, den die kleine Johanna Luise Babette Gelb einst in ein Säckchen packte? Vier Kreuzer lagen darin, als im Jahr 2016 die Menschen, die an den Ausgrabungsarbeiten der Burg Wersau beteiligt sind, den Beutel wieder in ihren Händen hielten. Zwischen der Gabe des Mädchens aus Reilingen und dem Fund liegen immerhin 147 Jahre. Johanna Gelb lebte seinerzeit in der Mühle, die der Burg folgte.

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Fund eines Kiliansschillings auf der Burg Wersau

Kiliansschilling (geprägt 1696)

Kiliansschilling (geprägt 1696)

Immer wieder gibt es tolle Münzfunde auf dem Grabungsareal auf der ehemaligen Burg Wersau. Neuestes Beispiel ist die Entdeckung eines sogenannten Kiliansschillings, der im Jahre 1696 geprägt wurde. Gefunden wurde sie von einem Mitglied der Archäologie-AG des Gauß-Gymnasiums Hockenheim. Wie die Münze auf die Wersau kam, bleibt derzeit noch ein Rätsel.

Der Kiliansschilling geht auf die Zeit des Würzburger Fürstbischofs Johann Gottfried von Guttenberg zurück, der von 1645 bis 1698 lebte. Die heutige Adelsfamilie ist mit dem Dirigenten Ennoch von Guttenberg und dem ehemaligen Bundesminister Karl Theodor zu Guttenberg immer noch sehr bekannt.

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Letzte Unterrichtsstunde in diesem Jahr

Der Arbeitskreis Burg Wersau, der schon 5 Jahre diese Form des Unterrichtes praktiziert, blickt zufrieden auf das wachsende Interesse der Gymnasien rund um Reilingen. Das Angebot der etwas anderen Art der Vermittlung regionaler Geschichte wird mehr und mehr wahrgenommen.

Haben anfänglich Grund- und Hauptschulen an dem Programm teilgenommen, so waren in diesem Jahr hauptsächlich die Gymnasien vertreten. Alleine das Ott-Heinrich-Gymnasium aus Wiesloch besuchte mit seinen sämtlichen sechsten Klassen das Archäologiegelände.

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Tag des offenen Denkmals

Gemeinsam Denkmale erhalten

Strahlend blauer Himmel und hohe Temperaturen empfing die über 300 Besucher beim Tag des offenen Denkmals am 11. September 2016 auf dem Ausgrabungsareal der ehemaligen Burg Wersau und auf den umliegenden Kisselwiesen.

Viele interessierte Bürger aus Reilingen und den umliegenden Gemeinden sowie einige Gemeinderäte, ehemalige Bürgermeister und sogar eine 50-köpfige Delegation aus dem kleinen Städtchen Wersau im Odenwald kamen zu Besuch, um einen Einblick in die Ausgrabungen der Burg Wersau zu bekommen.

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Aktuelle Funde auf der Wersau machen Lust auf mehr

Vorbereitungen zum Tag des offenen Denkmals in vollem Gange

Nachdem sich die Ehrenamtlichen des Arbeitskreises Burg Wersau einige Tage Grabungspause gegönnt hatten, wird nun unter der Leitung von Hella Müller (AK Wersau) und Justin Schmidt (Grabungsleiter des Landesamtes für Denkmalpflege) das Areal für den am 11. September 2016 stattfindenden Tag des offenen Denkmals in Reilingen hergerichtet. Die diversen Grabungsstellen werden derzeit durch Wege miteinander verbunden und mit Hinweistafeln versehen. Dies dient nicht nur für diesen Termin, sondern auch künftig für den in der Vorbereitung stehenden Archäologiepark auf der ehemaligen Burg Wersau.

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Gründungsstein der Wersauer Schlossmühle mit historischen Zeitdokumenten geborgen

Vor der Winterpause kam Anfang November nochmals ein Bagger auf dem Gelände der ehemaligen Burg Wersau zum Einsatz. Im Zuge der aufwendigen archäologischen Untersuchungen wurden letzte Abrissmaßnahmen im Kellerbereich der Wersauer Schlossmühle vorgenommen. Ziel war es vor allem, die „moderneren“ Mauerfundamente der Aus-und Anbaumaßnahmen aus dem späten 19. und frühen 20. Jahrhundert (1869, 1911) zu entfernen. Damit konnten die schon im Vorjahr begonnenen Abrissarbeiten beendet werden. Zugleich war es mit dieser Aktion möglich, einen Überblick darüber zu gewinnen, ob noch weitere ehemalige Gebäudeteile auf historischen Fundamenten ruhen. Für die Archäologen war dies von besonderer Bedeutung. Schließlich war bei den Ausgrabungen im Jahresverlauf festgestellt worden, dass sich direkt unter den Mauern der Mühle die Gebäudefundamente der ehemaligen Tortürme und die Burgmauer der ältesten Burgphase des 13. und 14. Jahrhundert befinden.

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Ende der Saison 2015

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Der neue Container soll die Funde auf dem Gelände sicherer verwaren. Die Sicherheit gilt eher dem Erhalt als der Gefahr von Diebstahl: Es handelt sich um tausende von Scherben, die für die Forschung wichtig sind, aber keinen kommerziellen Wert darstellen.

An diesem Wochenende wurde die Grabungsaison 2015 beendet und die gesamte Anlage auf dem Grabungsgelände winterlich verpackt. Hier sind einige Eindrücke über die Anlage und die letzten Erkenntnisse der Forschung: