Funde Oktober 2018

Auf Burg Wersau wird natürlich fleissig weiter gegraben. Heute, am 6. Oktober 2018 ergaben sich einige interessante Funde und Erkenntisse. Hier einige Bilder und kurze Erklärungen.

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Blick in die aktuelle Ausgrabung. Wahrscheinlich handelt es sich hier um den bisher verschütteten Burggraben. Die gelblichen höheren Schichten enthielten fast keine Funde, während die darunter liegenden dunkleren zahlreiche Keramiken freigeben (sichtbar rechts im Bild). Der dunklere Teil in der Mitte ist ein Holzbrett, sicher einige hundert Jahre alt.

Dieses Bild zeigt sehr schön die Schichtungen durch erosive Eintragung. Wahrscheinlich sehen wir hier Erdschichten, die von einem künstlich aufgeschütteten Hügel über die Jahrhundert abgetragen und  in den Burgraben gespült wurden

Die Kelle des Helfers zeigt auf ein Pfostenloch. Ein weiteres ist klar weiter oben rechts erkennbar. Diese hielten offenbar ein Schalbrett, dessen Überreste geborgen wurden.

Ein Fund des heutigen Tages war ein Glas, das  ca. dem 16.Jhdt. zugeordnet werden kann. Während der Fuß komplett erhalten ist, sind weitere Scherben nur in Bruchstücken vorhanden. Glasfunde sind auf Burg Wersau relativ selten, entsprechend seiner seltenen Verwendung in der frühen Neuzeit.

GesichtsRelief

Ein weiterer Fund ist diese ca. 5 cm messende Gesicht, das eine gewisse Ähnlickeit mit einem bereits früher gefundenen Putto (einer Engelsdarstellung) aufweist. Üblicherweise tauchen diese Gesichter auf stilisierten Flügeln auf und waren als Beschützerfiguren gedacht. Gut denkbar ist, dass dieser Putto während der Reformation Opfer der Ablehnung von bildlichen Heiligen- und Engelsdarstellungen wurde.

Nach der Schlacht bei Seckenheim (1462) musste die Burg vom Bistum Speyer an die Kurfürsten der Kurpfalz übergeben werden. Hundert Jahre später trat Kurfürst Ottheinrich zur Lutherischen Lehre über (ca. 1556), seine Nachfolger sogar zum Calvinismus. Diese Kurfürsten duldeten sicher keine solchen Darstellungen mehr in ihren Schlössern.

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