Fund eines Kiliansschillings auf der Burg Wersau

Immer wieder gibt es tolle Münzfunde auf dem Grabungsareal auf der ehemaligen Burg Wersau. Neuestes Beispiel ist die Entdeckung eines sogenannten Kiliansschillings, der im Jahre 1696 geprägt wurde. Gefunden wurde sie von einem Mitglied der Archäologie-AG des Gauß-Gymnasiums Hockenheim. Wie die Münze auf die Wersau kam, bleibt derzeit noch ein Rätsel.

Kiliansschilling (geprägt 1696)

Kiliansschilling (geprägt 1696)

Der Kiliansschilling geht auf die Zeit des Würzburger Fürstbischofs Johann Gottfried von Guttenberg zurück, der von 1645 bis 1698 lebte. Die heutige Adelsfamilie ist mit dem Dirigenten Ennoch von Guttenberg und dem ehemaligen Bundesminister Karl Theodor zu Guttenberg immer noch sehr bekannt.

Johann Gottfried von Guttenberg stammte aus einem reich begüterten fränkischen Adelsgeschlecht. Er studierte unter anderem an der Universität Würzburg, bevor er im Oktober 1684 zum Bischof von Würzburg gewählt wurde. Von 1684 bis 1685 bekleidete er das Amt des Rektors der Julius-Maximilians-Universität Würzburg, im Dezember 1686 wurde er zum Bischof geweiht.

Er ließ ab 1685 den Kiliansschilling prägen, eine etwa 19 mm große Silbermünze. Darauf findet man einerseits das Familienwappen des Adelsgeschlechts von Guttenberg, andererseits auch das Bildnis des Stiftsheiligen St. Kilian, des Schutzpatrons von Würzburg. Es gibt Prägungen, die das Familienwappen als viergeteiltes Wappenschild anzeigen, auf unserem Fund von 1696 ist das Wappenschild jedoch dreigeteilt.

Der heilige Kilian (ca. 640 in Irland bis 689 in Würzburg) ist der Schutzheilige der Stadt und des Bistums Würzburg. Er soll ein iro-schottischer Missionsbischof gewesen sein. Es ist jedoch höchst zweifelhaft, ob er jemals Bischof war und ob er als solcher missionierte und taufte. Generell gibt es keine gesicherten Angaben über sein Leben, er soll jedoch im Jahre 689 zusammen mit seinen Begleitern ermordet worden sein. Ab dem Jahre 752, mit der Erhebung der Gebeine, begann dann der Kult um den angeblichen Bischof Kilian. Sein Schädel befindet sich im Würzburger St.-Kilians Dom.

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